Manchmal genügt ein Lied, um eine ganze Geschichte entstehen zu lassen. Bei Alex und Marc war es „Tausend und Eine Nacht“ von Klaus Lage.
Der Gedanke, dass sich zwei Menschen seit langer Zeit kennen und plötzlich etwas zwischen ihnen geschieht, faszinierte mich. Was passiert, wenn eine vertraute Freundschaft unerwartet eine neue Bedeutung bekommt?
Seit Jahren beste Freunde
Alex und Marc lernen sich kurz nach seinem Umzug nach Weißwald kennen. Von diesem Zeitpunkt an sind sie beinahe unzertrennlich.
Marc spielt Gitarre und singt. Alex interessiert sich für Geschichte und Bücher. Sie haben unterschiedliche Hobbys, fühlen sich miteinander aber vollkommen wohl. Alex muss sich bei ihm nicht verstellen, und Marc kann sich immer auf sie verlassen.
Gerade diese Selbstverständlichkeit wird zum Problem.
Marc hat sich so sehr daran gewöhnt, Alex als seine beste Freundin zu sehen, dass er eine andere Möglichkeit gar nicht in Betracht zieht. Er verliebt sich in andere Mädchen und erzählt Alex von seinen Gefühlen – ohne zu bemerken, wie sehr er sie damit verletzt.
Wenn sich nur einer verliebt
Für Alex verändert sich die Freundschaft früher. Sie erkennt, dass sie Marc nicht mehr nur freundschaftlich liebt.
Ein Geständnis könnte alles zerstören. Weist Marc sie zurück, wäre danach vielleicht selbst ihre vertraute Freundschaft nicht mehr dieselbe. Also schweigt Alex und versucht, mit ihren Gefühlen allein zurechtzukommen.
Diese Situation macht ihre Geschichte für mich besonders: Es gibt keinen fremden Jungen, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt. Ihre Gefühle wachsen aus jahrelanger Nähe, Vertrauen und gemeinsamen Erlebnissen.
Plötzlich sieht Marc sie anders
Erst durch Alex’ äußerliche Veränderung beginnt Marc, sie neu wahrzunehmen. Das heißt jedoch nicht, dass sie vorher ein anderer oder weniger wertvoller Mensch war.
Ihre Eigenschaften waren immer da: ihre Zuverlässigkeit, ihre Klugheit, ihr Humor und die gemeinsamen Interessen. Marc hat sie nur nicht mit romantischen Gefühlen verbunden.
Als er beginnt, seine Sicht auf Alex zu hinterfragen, ist die Situation längst komplizierter geworden. Denn inzwischen gibt es Vincent, der sie nicht erst nach einem Umstyling entdeckt.
Ein Lied als Ausgangspunkt
„Tausend und Eine Nacht“ lieferte nicht die vollständige Romanhandlung. Das Lied gab mir den emotionalen Ausgangspunkt: die plötzliche Veränderung einer Beziehung, die lange eindeutig zu sein schien.
Aus diesem Gedanken entstanden Alex und Marc – zwei beste Freunde, die erkennen müssen, dass Vertrautheit und Liebe manchmal näher beieinanderliegen, als man glaubt.