Alex trägt eine Brille, bevorzugt T-Shirts und Jeans und interessiert sich mehr für Geschichte als für Mode. Sie ist nicht ungepflegt, aber Äußerlichkeiten spielen in ihrem Leben keine besonders große Rolle.
Das ändert sich während eines Besuchs bei ihrer Schwester Dana in Hamburg.
Ein neues Äußeres
Dana hilft Alex dabei, ihren Stil zu verändern. Neue Kleidung und eine andere Frisur zeigen Seiten an ihr, die bisher kaum jemand wahrgenommen hat.
Als Alex nach Weißwald zurückkehrt, reagiert auch Marc. Plötzlich scheint er zu erkennen, dass seine beste Freundin nicht nur der vertraute Kumpel von nebenan ist.
Für Alex ist das zunächst ein Erfolg. Endlich sieht Marc sie so, wie sie von ihm gesehen werden möchte.
Doch gleichzeitig wirft seine Reaktion eine unangenehme Frage auf: Warum musste sie sich äußerlich verändern, damit er sie wahrnimmt?
Alex war schon vorher derselbe Mensch
Durch das Umstyling wird Alex nicht klüger, freundlicher oder interessanter. Ihre Begeisterung für Geschichte, ihre Zuverlässigkeit und ihre Persönlichkeit waren bereits vorher vorhanden.
Neue Kleidung kann das Selbstbewusstsein stärken. Sie kann dazu führen, dass sich ein Mensch anders bewegt und mehr von sich zeigt. Sie erschafft aber keine neue Persönlichkeit.
Alex wird durch den veränderten Stil nicht zu einem anderen Mädchen. Sie entdeckt lediglich, dass sie mehr Möglichkeiten besitzt, als sie bisher genutzt hat.
Veränderung für wen?
Entscheidend ist, aus welchem Grund ein Umstyling stattfindet.
Möchte Alex selbst ausprobieren, wie sie anders aussehen könnte? Dann kann die Veränderung Spaß machen und befreiend sein.
Verändert sie sich dagegen ausschließlich, um Marc zu gefallen, macht sie ihren eigenen Wert von seiner Reaktion abhängig.
Diese Grenze ist nicht immer leicht zu erkennen. Gerade Jugendliche vergleichen sich häufig mit anderen und glauben, sie müssten einem bestimmten Bild entsprechen, um geliebt zu werden.
Wer sieht Alex wirklich?
Marc wird durch die äußerliche Veränderung aufgerüttelt. Vincent interessiert sich dagegen auch für ihre Gedanken, Bücher und historischen Themen.
Damit stehen die beiden Jungen für unterschiedliche Erfahrungen: bei einem möchte Alex endlich anders gesehen werden, beim anderen erlebt sie, dass gemeinsame Interessen von Anfang an eine Verbindung schaffen.
Das Umstyling löst Alex’ Probleme deshalb nicht. Es bringt sie vielmehr dazu, neue Fragen zu stellen.
Am Ende geht es nicht darum, ob sie mit oder ohne Brille, in Jeans oder einem schicken Kleid schöner ist. Entscheidend ist, ob sie sich selbst wiedererkennt – und ob der Mensch an ihrer Seite mehr sieht als ihr Äußeres.