Nicht jede Romanidee beginnt mit einer ausgearbeiteten Handlung. Manchmal ist zuerst nur eine einzelne Situation da – ein Gefühl, ein Gedanke oder die Frage, was passieren würde, wenn sich zwei Menschen nach vielen Jahren plötzlich mit anderen Augen sähen.
„Alex und die Bischofbande“ war ursprünglich nur als Kurzgeschichte geplant.
Alex und Marc waren zuerst allein
Im Mittelpunkt standen von Anfang an Alex und ihr bester Freund Marc. Die beiden kennen sich seit seiner Ankunft in Weißwald, verbringen viel Zeit miteinander und können sich vollkommen aufeinander verlassen.
Für Marc ist diese Nähe selbstverständlich. Alex ist seine beste Freundin, beinahe wie ein Familienmitglied. Dass sie ein Mädchen ist, nimmt er kaum noch wahr.
Alex erkennt dagegen irgendwann, dass ihre Gefühle nicht mehr rein freundschaftlich sind. Doch wie gesteht man seinem besten Freund, dass man mehr für ihn empfindet, wenn man damit alles verändern könnte?
Diese Grundidee reichte zunächst für eine kurze Geschichte.
Aus einzelnen Figuren wurde eine ganze Welt
Nachdem ich „Mara und die Bischofbande“ geschrieben hatte, begann die Welt von Weißwald immer stärker zu wachsen. Die Bischofs und Willems bekamen eine längere Geschichte, und jede Generation sollte ihren eigenen Roman erhalten.
Als mir die alte Kurzgeschichte wieder in die Hände fiel, sah ich plötzlich neue Möglichkeiten. Alex konnte nicht länger nur ein beliebiges Mädchen sein. Sie wurde Alexandra Kaiser, das dritte Kind von Jane und Christian aus „Dana und die Bischofbande“.
Damit war sie fest mit den vorherigen Generationen verbunden.
Auch Marc bekam einen Platz in der Geschichte Weißwalds. Aus dem besten Freund wurde ein Mitglied der Willemsbande. Ihm gegenüber stand Vincent Pauls, der Anführer der Bischofs – und schließlich ebenfalls ein möglicher Partner für Alex.
Die Handlung wurde größer
Aus der ursprünglichen Frage „Kann aus Freundschaft Liebe werden?“ entwickelte sich eine umfangreichere Geschichte.
Alex musste sich nun nicht mehr nur mit ihren Gefühlen für Marc auseinandersetzen. Hannah, Dana und Adrian, Vincent sowie weitere bekannte Figuren kamen hinzu. Auch die Bandenrivalität wurde Teil des Konflikts.
Das Dreieck zwischen Alex, Marc und Vincent gab der Handlung eine neue Richtung. Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, ob Marc seine beste Freundin als Mädchen wahrnehmen würde. Alex musste selbst herausfinden, welcher Junge wirklich zu ihr passt.
Wenn eine alte Idee ihren richtigen Platz findet
Vielleicht hätte die ursprüngliche Kurzgeschichte auch allein funktioniert. Doch erst als Teil der Bischofbanden-Reihe bekam sie die Tiefe, die ihr zuvor gefehlt hatte.
Aus wenigen Szenen entstand ein Roman über Freundschaft und Liebe, Selbstzweifel, Rivalität und die Suche nach der eigenen Identität.
Manchmal ist eine kurze Geschichte eben nicht wirklich zu Ende. Sie wartet nur darauf, dass ihre Welt groß genug wird.