Die Bischofbande

Eminem, TLC und Destiny’s Child: Wie Musik einem Roman seine Zeit gibt

Jeder Band der Bischofbanden-Reihe spielt in einem anderen Jahrzehnt. Damit sich die Geschichten nicht nur durch Kleidung und technische Geräte unterscheiden, spielt Musik eine wichtige Rolle.
Sie erzählt, was Jugendliche hören, wozu sie tanzen und mit welchen Stars sie sich identifizieren. Vor allem aber weckt sie Erinnerungen.
Bei „Mara und die Bischofbande“ hätte ich diesen wichtigen Bestandteil beinahe vergessen.

Ein Hinweis meiner Kollegin

Eine junge Kollegin machte mich darauf aufmerksam, dass in meiner Geschichte die Musik der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre kaum vorkam.
Der Hinweis traf genau den Punkt, der mir selbst noch gefehlt hatte. Die Handlung funktionierte, doch das Lebensgefühl der Zeit war noch nicht vollständig vorhanden.
Also begann ich erneut zu recherchieren: Welche Lieder liefen damals? Welche Gruppen waren erfolgreich? Welche Musik hörten Jugendliche auf Partys? Und welche Künstler passten zu den einzelnen Figuren?

Mara und Eric verbindet der Hip-Hop

Mara liebt das Tanzen. Neben klassischen Tanzschritten beherrscht sie moderne Hip-Hop-Bewegungen. Besonders gern hört sie Eminem.
Auch Eric mag Hip-Hop. Sein Kleidungsstil und sein Auftreten sind von dieser Musik geprägt. Dadurch besitzen beide eine Verbindung, die trotz ihrer Feindschaft bestehen bleibt.
Musik zeigt hier nicht nur, in welchem Jahrzehnt der Roman spielt. Sie macht auch sichtbar, was Mara und Eric miteinander teilen, obwohl sie nach außen ständig gegeneinander kämpfen.
TLC, Atomic Kitten und Destiny’s Child ergänzen diese Welt. Ihre Musik gehört zu einer Zeit, in der Musiksender, CDs, Kassetten und selbst zusammengestellte Aufnahmen den Alltag vieler Jugendlicher bestimmten.

Musik verändert eine Szene

Beim Schreiben kann Musik die Stimmung einer Szene vollkommen verändern. Eine Tanzprobe wirkt anders, wenn man den Rhythmus der Zeit im Kopf hört. Auch eine Party am See bekommt durch die passende Musik sofort eine eigene Atmosphäre.
Gleichzeitig musste ich genau darauf achten, wann ein Lied oder ein Album tatsächlich veröffentlicht wurde. Ein Titel durfte nicht in einer Szene auftauchen, die mehrere Jahre vor seiner Veröffentlichung spielte.
Diese Recherche ist aufwendig, macht aber Spaß. Beim Hören tauchen Erinnerungen auf, und plötzlich ist das jeweilige Jahrzehnt wieder ganz nah.

Der Klang einer Generation

Die Figuren der Bischofbande unterscheiden sich in jeder Generation. Ihre Gefühle bleiben jedoch ähnlich: erste Liebe, Eifersucht, Freundschaft und der Wunsch, irgendwo dazuzugehören.
Die Musik gibt diesen Gefühlen ihren zeitlichen Klang.
Erst durch sie wurde „Mara und die Bischofbande“ für mich zu einer wirklichen Reise in die Jahre zwischen 1993 und 2001. Heute kann ich mir Mara, Eric und ihre Geschichte ohne diese Musik nicht mehr vorstellen.

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