Warum uns peinliche Momente aus der Jugend niemals loslassen
Fast jeder Mensch besitzt eine Erinnerung aus seiner Jugend, bei der er noch Jahre später am liebsten im Boden versinken würde.
Vielleicht hat man vor den falschen Leuten etwas Unpassendes gesagt. Vielleicht ist man gestolpert, wurde bei einem heimlichen Schwärmen ertappt oder hat sich ausgerechnet vor dem eigenen Schwarm vollkommen lächerlich gemacht.
Auch Mara erlebt einen solchen Moment auf einer Strandparty.
Wenn plötzlich alle hinsehen
Als Jugendlicher fühlt sich vieles größer an, als es objektiv betrachtet ist. Ein falscher Satz kann sich wie eine Katastrophe anfühlen. Ein peinlicher Augenblick scheint sofort zum Gesprächsthema der gesamten Schule zu werden.
Das liegt auch daran, dass die Meinung anderer in dieser Lebensphase besonders wichtig ist. Man versucht herauszufinden, wer man sein möchte, und beobachtet ständig, wie man auf andere wirkt.
Wenn dann etwas schiefgeht, trifft es genau diese empfindliche Stelle.
Freunde und Feinde vergessen nichts
In Weißwald verschärft die Rivalität der Banden solche Situationen zusätzlich. Die Jugendlichen kennen sich seit Jahren, besuchen dieselbe Schule und sammeln jedes peinliche Erlebnis der gegnerischen Gruppe wie eine wertvolle Trophäe.
Mara ist außerdem Anführerin der Bischofbande. Sie möchte selbstbewusst wirken und darf sich vor den Willems keine Blöße geben.
Ausgerechnet Eric kennt sie jedoch gut genug, um zu wissen, wann ihre Sicherheit nur gespielt ist. Er kann sie mit wenigen Worten aus dem Gleichgewicht bringen – genauso wie sie ihn verletzen kann.
Erinnerungen aus dem wirklichen Leben
In „Mara und die Bischofbande“ flossen persönliche Erinnerungen, Erzählungen von Freunden und natürlich viel Fantasie zusammen.
Dabei ging es mir nicht darum, einen realen peinlichen Moment unverändert zu übernehmen. Viel interessanter war das Gefühl dahinter: Man weiß später längst, dass die Situation nicht so schlimm war. Trotzdem kann man sich noch genau an das heiße Gesicht, die hilflosen Gedanken und das Lachen der anderen erinnern.
Gerade solche Momente machen Figuren menschlich. Mara ist Bandenanführerin und talentierte Tänzerin, aber sie ist nicht immer souverän. Sie macht Fehler, schämt sich und reagiert manchmal vollkommen anders, als sie es sich vorgenommen hat.
Peinlichkeit verbindet uns
Im Rückblick werden viele dieser Erinnerungen irgendwann lustig. Man erzählt sie Freunden und kann endlich selbst darüber lachen.
Vielleicht bleiben sie gerade deshalb so lange erhalten: Sie erinnern uns daran, wie unsicher wir einmal waren und wie viel wir seitdem gelernt haben.
Mara möchte ihren peinlichen Moment am liebsten vergessen. Ihre Freunde und Feinde werden ihr diesen Gefallen natürlich nicht tun.