Die Bischofbande

Warum „Dana und die Bischofbande“ mein persönlichster Roman ist

Warum „Dana und die Bischofbande“ mein persönlichster Roman ist
Jedes meiner Bücher enthält Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen aus meinem eigenen Leben. Doch kein anderer Band ist so eng mit meiner persönlichen Geschichte verbunden wie „Dana und die Bischofbande“.
Das liegt nicht nur daran, dass die erste Fassung bereits in meiner Kindheit entstand. Viele Orte, Erlebnisse und kulturelle Erinnerungen des Romans haben reale Vorbilder.

Der Rat meines Vaters

Die Geschichte begann mit meinem Vater. Er riet mir als Kind, mir Geschichten auszudenken, wenn ich nicht einschlafen konnte. Damit brachte er etwas ins Rollen, das mich bis heute begleitet.
Auch seine Musik findet sich im Roman wieder. Mein Vater mochte Beatmusik und besonders die Beatles. Als ich Janes Jugend in den 1960er-Jahren ausgestaltete, wurde diese Musik zu einer Verbindung zwischen meiner eigenen Familiengeschichte und der fiktiven Welt von Weißwald.
Janes Begeisterung für die Beatles ist deshalb mehr als ein zeittypisches Detail. Sie erinnert mich an meinen Vater und an die Musik, die auch in meiner Kindheit präsent war.

Eine Wohnung voller Erinnerungen

Auch die Wohnung der Großeltern im Roman beruht auf persönlichen Erinnerungen. Räume speichern für mich Geschichten: Möbel, Gerüche, Bilder an der Wand und Gegenstände, die jahrzehntelang an derselben Stelle liegen.
Solche Orte verändern sich in unserer Erinnerung kaum, selbst wenn die Menschen, die dort lebten, längst nicht mehr da sind.
Im Roman wird die Vergangenheit durch ein Tagebuch lebendig. Auch Dana beginnt, ihre Familie anders wahrzunehmen, als sie entdeckt, dass ihre Eltern einmal Jugendliche mit eigenen Träumen, Konflikten und Unsicherheiten waren.
Diese Erkenntnis kennen vermutlich viele: Als Kind sieht man Eltern und Großeltern vor allem in ihrer familiären Rolle. Erst später begreift man, dass sie ein ganzes Leben hatten, bevor man selbst Teil davon wurde.

Meine eigenen 1990er-Jahre

Während Janes Jugend mit den Erinnerungen an meinen Vater verbunden ist, liegt mir Danas Zeitebene auf eine andere Weise nahe.
MTV, BRAVO, Boybands, bestimmte Kleidungsstile und Partys am Baggersee gehören zu Erinnerungen an meine eigene Jugend. Einige Erlebnisse und Stimmungen konnte ich deshalb aus eigener Erfahrung in den Roman einfließen lassen.
Natürlich ist Dana nicht ich. Ihre Geschichte ist erfunden, und auch ihre Entscheidungen sind ihre eigenen. Dennoch trägt ihre Welt viele kleine Spuren meiner Erinnerungen.

Mehr als eine erfundene Geschichte

Vielleicht fühlt sich „Dana und die Bischofbande“ für mich deshalb anders an als die übrigen Romane. Das Buch verbindet meine Kindheit, meinen Vater, Erinnerungen an meine Familie und meine eigene Jugend.
Gleichzeitig erzählt es eine eigenständige Geschichte über Jane, Christian, Dana und Adrian. Reale Erinnerungen und erfundene Figuren sind so eng miteinander verwoben, dass sich kaum noch sagen lässt, wo das eine endet und das andere beginnt.
„Dana und die Bischofbande“ ist deshalb nicht autobiografisch. Aber es ist ein Stück von mir.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Buch für mich immer etwas Besonderes bleiben wird.

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