Die Bischofbande

Das Buch, dessen erste Fassung ich mit zwölf Jahren schrieb

„Dana und die Bischofbande“ war mein erster Roman – zumindest in seiner ursprünglichen Form. Die Geschichte begann lange bevor ich daran dachte, einmal Bücher zu veröffentlichen.
Mein Vater gab mir als Kind einen einfachen Rat: Wenn ich abends nicht einschlafen könne, solle ich mir Geschichten ausdenken. Also lag ich im Bett und erfand Figuren, Orte und ganze Handlungen. In meiner Vorstellung entstanden Menschen, die mich über Wochen und Monate begleiteten.
Irgendwann reichte es mir nicht mehr, diese Geschichten nur im Kopf zu behalten. Ich begann, sie aufzuschreiben.

Die erste Fassung entstand mit zwölf

Mit ungefähr zwölf Jahren schrieb ich die erste Version der Geschichte, aus der später „Dana und die Bischofbande“ werden sollte. Natürlich unterschied sich dieses frühe Manuskript stark vom heutigen Roman. Die Figuren waren noch nicht so vielschichtig, die Handlung war einfacher und die Welt von Weißwald existierte noch nicht in ihrer heutigen Form.
Aber der Kern der Geschichte war bereits vorhanden: ein Mädchen, das aus der Großstadt in einen kleinen Ort ziehen muss, sich dort zunächst vollkommen fehl am Platz fühlt und schließlich entdeckt, dass dieser Ort mehr mit ihrer Familie und ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie ahnt.
Diese Idee ließ mich nie ganz los.

Eine Geschichte wächst mit ihrer Autorin

Über viele Jahre hinweg kehrte ich immer wieder zu dem Manuskript zurück. Ich schrieb Szenen neu, veränderte Figuren und entwickelte die Zusammenhänge weiter.
Während ich selbst älter wurde, betrachtete ich die Geschichte mit anderen Augen. Als Zwölfjährige interessierte mich vor allem das Abenteuer. Später wurden die Beziehungen zwischen den Figuren, ihre Familiengeschichten und die unterschiedlichen Zeitebenen immer wichtiger.
Aus einer einfachen Jugendgeschichte entwickelte sich ein Roman über zwei Generationen. Jane und Christian bekamen eine eigene Vergangenheit, während Dana mithilfe des Tagebuchs ihrer Mutter nicht nur ihre Eltern, sondern auch sich selbst besser kennenlernt.

35 Jahre bis zum fertigen Roman

Zwischen der ersten Fassung und der endgültigen Version lagen ungefähr 35 Jahre. Das klingt nach einer sehr langen Zeit – und das war es auch.
Doch vielleicht brauchte gerade diese Geschichte so lange. Ich musste selbst verschiedene Lebensphasen durchlaufen, bevor ich manche Figuren und Entscheidungen wirklich verstehen konnte. Erfahrungen mit Familie, Verlust, Veränderung und Erinnerung flossen nach und nach in den Roman ein.
So wurde „Dana und die Bischofbande“ nicht nur umfangreicher, sondern auch persönlicher.

Der Anfang von Weißwald

Aus dieser frühen Geschichte entstand schließlich die Welt der Bischofbande. Figuren bekamen Eltern, Kinder und Enkel. Vergangene Jahrzehnte wurden mit späteren Generationen verbunden. Aus einem einzelnen Roman entwickelte sich eine ganze Reihe.
Wenn ich heute an die Zwölfjährige denke, die ihre erste Geschichte aufschrieb, konnte sie natürlich nicht wissen, was viele Jahre später daraus entstehen würde.
Aber sie legte den Grundstein für Weißwald, die Bischofs und die Willems – und für eine Geschichte, die mich einen großen Teil meines Lebens begleitet hat.

„Dana und die Bischofbande“ spielt in zwei Zeitebenen: von 1961 bis 1969 und von 1985 bis 1993.

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