Die Bischofbande

Beatles, MTV und Boybands: Zwei Jugendkulturen in einem Roman

Zwischen Janes und Danas Jugend liegen mehr als zwanzig Jahre. In dieser Zeit verändern sich Musik, Kleidung, Technik und die Möglichkeiten, sich über Stars und Trends zu informieren.
Da „Dana und die Bischofbande“ beide Generationen begleitet, treffen im Roman zwei sehr unterschiedliche Jugendkulturen aufeinander: die 1960er- und die 1990er-Jahre.

Jane zwischen Beatles und Rolling Stones

Jane wächst in einer Zeit auf, in der Beatmusik für viele Jugendliche Ausdruck eines neuen Lebensgefühls ist. Lange Haare, moderne Kleidung und neue Musikrichtungen stehen auch für den Wunsch, sich von den Vorstellungen der Eltern abzugrenzen.
Jane hört besonders gern die Beatles. Christian dagegen bevorzugt die Rolling Stones. Ihre unterschiedlichen Musikvorlieben passen zu ihren Persönlichkeiten und sorgen immer wieder für kleine Auseinandersetzungen.
Musik ist für sie mehr als Unterhaltung. Sie zeigt, zu welcher Gruppe man sich zählt und welche Haltung man nach außen tragen möchte.
Auch Janes Kleidung wird zum Ausdruck ihres Freiheitswillens. Gegen den Wunsch ihrer Mutter trägt sie am liebsten Hosen und moderne Oberteile. Was heute selbstverständlich erscheint, kann in ihrer Zeit bereits eine kleine Auflehnung sein.

Danas Welt der 1990er

Dana wächst mit anderen Möglichkeiten auf. Musikvideos, MTV, Jugendzeitschriften und Boybands prägen ihre Vorstellung von Stil, Attraktivität und dem scheinbar perfekten Leben.
Die BRAVO informiert über Stars und liefert Poster für das Jugendzimmer. Musik wird auf Kassetten gehört und weitergegeben. Kleidungsmarken und das äußere Erscheinungsbild spielen für Dana zunächst eine große Rolle.
Sie kommt aus Hamburg und empfindet Weißwald als provinziell. In ihrer Vorstellung gehört ein modernes, aufregendes Leben in die Großstadt – nicht in einen kleinen Ort mit Wald, See und alten Bandentraditionen.
Erst nach und nach erkennt sie, dass ein erfülltes Leben nicht von Designerkleidung oder dem richtigen Wohnort abhängt.

Zwei Arten von Rebellion

Auf den ersten Blick könnten Jane und Dana kaum unterschiedlicher sein. Dennoch verbindet sie etwas.
Beide widersetzen sich den Erwartungen ihrer Umgebung. Jane kämpft um persönliche Freiheit und möchte sich nicht vorschreiben lassen, wie ein Mädchen zu sein oder sich zu kleiden hat. Dana wehrt sich gegen den Umzug nach Weißwald und gegen eine Lebenswelt, die nicht zu ihrem bisherigen Selbstbild passt.
Ihre Rebellionen sehen unterschiedlich aus, weil sie in verschiedenen Jahrzehnten leben. Der Wunsch dahinter ist jedoch ähnlich: Beide möchten selbst bestimmen, wer sie sind.

Recherche zwischen Erinnerung und Entdeckung

Für die beiden Zeitebenen brauchte ich unterschiedliche Zugänge.
Bei den 1960er-Jahren halfen mir die Musik und die Erinnerungen meines Vaters. Für jedes Lied, jeden Film und jeden kulturellen Hinweis musste ich prüfen, wann er tatsächlich veröffentlicht oder bekannt wurde.
Die 1990er-Jahre lagen näher an meinen eigenen Jugenderinnerungen. MTV, BRAVO, Boybands und Partys am Baggersee waren mir vertrauter. Trotzdem war auch hier Genauigkeit wichtig, denn Trends und technische Entwicklungen veränderten sich innerhalb weniger Jahre.

Gefühle überdauern jedes Jahrzehnt

Die Lebenswelten von Jane und Dana unterscheiden sich deutlich. Doch ihre grundlegenden Wünsche sind zeitlos.
Beide suchen ihren Platz im Leben. Beide wollen ernst genommen werden. Beide erleben Freundschaft, familiäre Konflikte und die erste große Liebe.
Technik, Mode und Musik verändern sich. Die Unsicherheit beim Erwachsenwerden bleibt.
Genau deshalb gehören die beiden Jahrzehnte in „Dana und die Bischofbande“ zusammen: Sie zeigen, wie unterschiedlich Jugend aussehen kann – und wie ähnlich sie sich im Innersten bleibt.

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