Die Bischofbande

Zwei Generationen, zwei Jahrzehnte: So entstand Danas besondere Erzählstruktur

„Dana und die Bischofbande“ unterscheidet sich von den anderen Büchern der Reihe. Der Roman erzählt nicht nur die Geschichte einer Generation, sondern verbindet zwei Jugendzeiten miteinander.
Im Mittelpunkt stehen Jane in den 1960er-Jahren und ihre Tochter Dana in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Ihre Geschichten liegen 24 Jahre auseinander – und sind dennoch eng miteinander verbunden.

Jane und Christian: Die erste Geschichte

Die erste Zeitebene beginnt, als Jane mit ihren Eltern von Hamburg nach Weißwald zieht. Sie fühlt sich in der Kleinstadt zunächst nicht wohl, lässt sich aber von ihrer Cousine Alice überreden, der Bischofbande beizutreten.
Schließlich wird Jane sogar Anführerin der Bischofs. Damit steht sie automatisch Christian Kaiser gegenüber, dem Anführer der verfeindeten Willemsbande.
Sie liebt die Beatles, er bevorzugt die Rolling Stones. Sie ist beharrlich und manchmal nachtragend, er selbstbewusst und anfangs vor allem von seinem eigenen Charme überzeugt. Aus Rivalität entsteht nach und nach eine Verbindung, die beide nicht erwartet haben.
Ihre Geschichte bildet die Vergangenheit, die Dana später im Tagebuch ihrer Mutter entdeckt.

Dana kehrt an den Anfang zurück

Vierundzwanzig Jahre später zieht Jane erneut nach Weißwald – diesmal mit Christian und ihren Kindern.
Für Dana ist dieser Umzug eine Katastrophe. Sie vermisst Hamburg und kann mit der Kleinstadt zunächst nichts anfangen. Dann findet sie im ehemaligen Kinderzimmer ihrer Mutter ein altes Tagebuch.
Durch Janes Aufzeichnungen erlebt Dana die Jugend ihrer Eltern mit. Sie erfährt, dass ihre Mutter ebenfalls unfreiwillig nach Weißwald kam und sich dort zunächst fremd fühlte. Damit erkennt sie zum ersten Mal, wie ähnlich ihre eigenen Gefühle denen ihrer Mutter sind.
Das Tagebuch verbindet beide Zeitebenen und macht die Vergangenheit zu einem Teil von Danas Gegenwart.

Ähnliche Anfänge, andere Entwicklungen

Jane und Dana beginnen ihre Geschichten an einem vergleichbaren Punkt: Beide kommen aus Hamburg nach Weißwald und lehnen ihr neues Zuhause zunächst ab.
Trotzdem sind sie sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Jane ist zielstrebig, freiheitsliebend und gesellschaftlich interessiert. Dana legt anfangs großen Wert auf Äußerlichkeiten, Designerkleidung und das Leben in der Großstadt.
Erst durch das Tagebuch, ihren Großvater und ihre Begegnungen mit Adrian beginnt Dana, ihre Umgebung anders wahrzunehmen.
Die beiden Zeitebenen sollten deshalb nicht dieselbe Geschichte wiederholen. Sie spiegeln sich, führen aber zu unterschiedlichen Entwicklungen.

Wenn Kinder ihre Eltern neu kennenlernen

Besonders spannend finde ich den Gedanken, die eigenen Eltern als Jugendliche kennenzulernen.
Dana kennt Jane und Christian nur als Mutter und Vater. Im Tagebuch begegnet sie zwei jungen Menschen, die sich verlieben, Fehler machen und gegen Regeln aufbegehren. Dadurch verändert sich ihr Blick auf ihre Eltern.
Gleichzeitig erkennt sie, dass Familiengeschichten nicht abgeschlossen sind. Entscheidungen aus der Vergangenheit wirken bis in die nächste Generation hinein.

Ein Roman als Verbindung

Die doppelte Erzählstruktur machte das Schreiben anspruchsvoller. Beide Handlungen mussten für sich funktionieren, aber gleichzeitig zusammengehören.
Jane und Christian bilden den Anfang. Dana und Adrian führen die Geschichte weiter. Das Tagebuch schafft die Verbindung zwischen ihnen.
So erzählt „Dana und die Bischofbande“ davon, wie eine neue Generation die Vergangenheit entdeckt und daraus ihren eigenen Weg entwickelt.

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