Die Bischofbande

Nena, BRAVO und Michael Jackson: Die 1980er-Jahre in Weißwald

Bunte Kleidung, Kassettenrekorder, Neue Deutsche Welle und Stars, deren Bilder aus Jugendzeitschriften ausgeschnitten wurden: Die 1980er-Jahre besitzen einen unverwechselbaren Stil.
„Jessi und die Bischofbande“ begleitet seine Figuren von 1977 bis 1985. Während Jessica, Justin, Steffen und Tina vom Schulkind zum Jugendlichen werden, verändert sich auch die Welt um sie herum.
Damit sich diese Zeit im Roman nicht nur wie eine moderne Geschichte mit alten Kleidern anfühlt, musste ich tief in den Alltag und die Jugendkultur der 1980er-Jahre eintauchen.

Welche Technik gab es damals?

Heute tragen Jugendliche Telefon, Kamera, Musikspieler und Zugang zu fast allen Informationen in einem einzigen Gerät bei sich. Jessi und ihre Freunde wachsen in einer völlig anderen Welt auf.
Musik wird über das Radio gehört oder auf Kassetten aufgenommen. Wer einen bestimmten Titel besitzen möchte, wartet darauf, dass er im Radio gespielt wird – und hofft, dass niemand in die Aufnahme hineinredet.
Auch die Kommunikation funktioniert anders. Es gibt keine Messenger-Nachrichten und keine sozialen Netzwerke. Wer jemanden sprechen möchte, ruft über das Telefon der Familie an oder versucht, die Person persönlich zu treffen.
Diese Unterschiede sind mehr als nostalgische Einzelheiten. Sie beeinflussen die Handlung. Missverständnisse können nicht mit einer schnellen Nachricht geklärt werden. Heimliche Beziehungen lassen sich leichter verbergen, aber Verabredungen sind schwieriger. Ein zufälliges Treffen am Fahrradschuppen erhält dadurch eine ganz andere Bedeutung.

Eine Zeit ohne Nena und Michael Jackson?

Bei meiner Recherche beschäftigte ich mich intensiv mit der Musik, den Filmen und den Stars der damaligen Jahre. Dabei musste ich immer wieder kontrollieren, wann ein Lied, ein Film oder ein Künstler tatsächlich bekannt wurde.
Für mich sind die 1980er ohne Nena, die Neue Deutsche Welle und Michael Jackson kaum vorstellbar. Musik bestimmte nicht nur Partys, sondern auch Mode, Frisuren und das Lebensgefühl vieler Jugendlicher.
Jede Figur besitzt dabei ihren eigenen Stil. Tina traut sich auffällige Kleidung und moderne Accessoires zu. Jessi bewundert solche Mädchen, bleibt selbst aber zurückhaltender. Kleidung zeigt deshalb nicht nur, welches Jahr gerade geschrieben wird. Sie erzählt auch etwas über den Charakter und das Selbstbewusstsein einer Person.

BRAVO, Stars und erste Fragen über die Liebe

Jugendzeitschriften spielten in einer Zeit ohne Internet eine besondere Rolle. Sie informierten über Musik, Filme und Stars, boten Poster und beschäftigten sich mit den Fragen, die Jugendliche bewegten.
Die BRAVO gehört deshalb für mich unbedingt in Jessis Welt. Sie steht für die Popkultur der Zeit, aber auch für das gemeinsame Träumen und Schwärmen. Welcher Star war gerade besonders beliebt? Welche Frisur wollte man haben? Und welche Ratschläge gab es für die erste Liebe?
Für Jessica sind solche Vorstellungen besonders wichtig. Lange träumt sie davon, mit Steffen zusammen zu sein. Er ist Fußballspieler, Bischofanführer und bei vielen Mädchen beliebt. Auf den ersten Blick verkörpert er alles, was man sich unter der perfekten ersten großen Liebe vorstellen könnte.
Doch echte Gefühle halten sich nicht immer an das Bild, das man sich vorher ausgemalt hat.

Meine eigene Erinnerung an das Jahrzehnt

Ich selbst war in den 1980er-Jahren noch ein Kind. Einige Dinge kenne ich deshalb aus eigener Erinnerung, andere musste ich gründlich recherchieren.
Gerade diese Mischung machte das Schreiben spannend. Manche Gegenstände, Lieder oder Fernsehsendungen riefen sofort Erinnerungen hervor. Andere zeigten mir, wie unterschiedlich Jugendliche dieses Jahrzehnt erlebt haben – abhängig von ihrem Alter, ihrer Familie und auch davon, ob sie in Ost- oder Westdeutschland aufwuchsen.
Jessi und ihre Freunde leben im damaligen Westdeutschland. Deshalb durfte ich meine eigenen Kindheitserinnerungen aus der DDR nicht einfach auf ihre Lebenswelt übertragen.

Die 1980er werden Teil der Geschichte

Musik, Kleidung und Technik sollen in „Jessi und die Bischofbande“ nicht nur Dekoration sein. Sie bestimmen, wie die Figuren miteinander kommunizieren, wie sie ihre Freizeit verbringen und wovon sie träumen.
Trotz aller Unterschiede zu heute bleiben ihre Gefühle vertraut: die Aufregung vor dem ersten Treffen, die Angst vor Zurückweisung und die Frage, ob der Mensch, von dem man lange geträumt hat, wirklich der Richtige ist.
„Jessi und die Bischofbande“ führt von 1977 bis 1985 durch ein Jahrzehnt voller Veränderungen, Farben und unvergesslicher Musik.

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